Einführung: Traum vom Eigenheim in Spanien
Der Erwerb einer Immobilie in Spanien ist für viele Menschen ein ambitioniertes Ziel – nicht nur für Spanier selbst, sondern auch für Ausländer, die das angenehme Klima, die faszinierende Landschaft, die abwechslungsreiche Kultur und die entspannte Lebensart schätzen. Immer beliebter wird die Idee, ein Haus in Spanien zu kaufen, sei es für den Eigenbedarf, als Feriendomizil oder als Investment. Doch bevor der Traum vom mediterranen Wohnen Realität werden kann, stellt sich die entscheidende Frage: Wie viel Geld muss man tatsächlich haben, um ein Haus in Spanien zu kaufen?
In diesem ausführlichen Leitfaden beleuchten wir alle Aspekte, die beim Erwerb eines Eigenheims in Spanien eine Rolle spielen. Angefangen bei den verschiedenen Immobilienarten, den Preisunterschieden je nach Region, steuerlichen Aspekten, Finanzierungsoptionen und Nebenkosten bis hin zu versteckten Ausgaben. Dieser umfassende Ratgeber beantwortet nicht nur die zentrale Frage des erforderlichen Kapitals, sondern gibt Ihnen gleichzeitig wertvolle Tipps und Einblicke in den spanischen Immobilienmarkt.
Immobilientypen in Spanien: Worauf Sie achten sollten
Bevor Sie sich mit konkreten Zahlen, Preisen und Finanzierungsoptionen befassen, ist es essenziell zu wissen, welche Immobilientypen auf dem spanischen Markt verfügbar sind. Die Auswahl des richtigen Immobilientyps beeinflusst maßgeblich Ihr Budget und Ihre langfristige Zufriedenheit.
1. Wohnungen (Pisos/Apartamentos)
Die mit Abstand beliebteste Immobilienkategorie – besonders in städtischen Gebieten und Küstenregionen – sind Wohnungen, auch "Pisos" oder "Apartamentos" genannt. Sie variieren in Größe und Ausstattung von kleinen Studios bis hin zu großzügigen Luxuswohnungen mit Meerblick. Der Preis hängt maßgeblich von der Lage, Ausstattung und dem Zustand der Wohnung ab.
2. Einfamilienhäuser (Chalets/Villas)
Einfamilienhäuser, oftmals als „Chalets“ oder „Villas“ bezeichnet, werden häufig als Luxusimmobilien an den Küsten oder im Landesinneren angeboten. Sie verfügen meist über viel Wohnfläche, Gärten und oftmals auch einen eigenen Pool. Diese Immobilien sind im Allgemeinen teurer als Wohnungen, bieten dafür aber auch mehr Privatsphäre und Komfort.
3. Reihenhäuser (Adosados)
In Spanien weit verbreitet sind sogenannte „Adosados“ – Reihenhäuser, die insbesondere bei Familien oder Käufern mit mittlerem Budget beliebt sind. Sie verbinden die Vorteile von Gemeinschaftsanlagen mit einem eigenen Grundstücksteil und sind meist günstiger als freistehende Häuser.
4. Landhäuser (Fincas, Cortijos)
Wer den spanischen Lebensstil in seiner ursprünglichsten Form erleben möchte, entscheidet sich oft für eine traditionelle Finca oder ein Cortijo. Diese Landhäuser liegen meist etwas abseits der Ballungsräume und eignen sich besonders gut für Aussteiger oder Selbstversorger, die Ruhe und Natur suchen.
5. Neubau- vs. Bestandsimmobilie
Während Neubauimmobilien (Obra Nueva) moderne Bauweise und aktuelle Energiestandards bieten, punkten Bestandsimmobilien mit traditionellem Charme oder attraktiven Preisen. Die Entscheidung zwischen beiden Varianten hat Einfluss auf die Höhe des Kaufpreises, mögliche Renovierungskosten und den Zeitrahmen bis zum Einzug.
Regionale Preisunterschiede beim Immobilienkauf in Spanien
Der Immobilienmarkt Spaniens ist vielfältig und regional unterschiedlich. Die Lage ist einer der wichtigsten Preistreiber. Wer genau wissen möchte, wie viel Geld zum Hauskauf nötig ist, sollte unbedingt die regionalen Preisunterschiede beachten.
1. Großstädte: Madrid und Barcelona
- Madrid: In der Hauptstadt bewegen sich die Quadratmeterpreise für Wohnungen in guten Lagen zwischen 4.000 und 8.000 € und für Häuser im Umland zwischen 2.500 und 6.000 € pro Quadratmeter.
- Barcelona: Hier kann in begehrten Stadtteilen der Quadratmeterpreis für Wohnungen 5.000 bis 9.000 € erreichen. Häuser an der Küste oder im Umland sind ab ca. 3.000 € pro Quadratmeter zu bekommen.
2. Die Costa del Sol: Marbella, Málaga, Estepona
Die andalusische Sonnenküste zählt zu den beliebtesten Standorten für ausländische Käufer. In Marbella liegen die Preise für Luxusvillen zwischen 6.000 und 15.000 € pro Quadratmeter, durchschnittliche Häuser ab 4.000 €. In Málaga, Estepona oder Benalmádena kann man mit 2.500 bis 6.000 € pro Quadratmeter rechnen.
3. Balearen: Mallorca, Menorca, Ibiza
Die Balearen gelten als Hotspot für internationale Klientel. Luxusobjekte auf Ibiza oder Mallorca überschreiten oft die Marke von 10.000 € pro Quadratmeter, Standardhäuser kosten meist zwischen 4.000 und 8.000 €/m², Wohnungen ab ca. 3.000 €/m².
4. Costa Blanca: Alicante, Torrevieja, Jávea
Die Region rund um Alicante bietet ein breites Preisgefüge: Apartments sind ab ca. 2.000 €/m² erhältlich, Häuser von 2.500 bis 6.000 €/m² – je nach Küstennähe und Ausstattung.
5. Kanarische Inseln
Auf den Kanaren finden sich Immobilien für jedes Budget. In der Hauptstadt Las Palmas (Gran Canaria) starten Wohnungen bei etwa 2.000 €/m². Häuser und Villen auf Teneriffa oder Lanzarote liegen oft im Bereich von 2.500 bis 5.000 €/m².
6. Spanisches Inland
Abseits der Küstenregionen und touristischen Hochburgen sind Immobilien erschwinglicher. Besonders in Provinzen wie Kastilien-La Mancha, Extremadura oder Aragón kann man bereits für 1.000 – 1.800 €/m² ein Haus erwerben.
Wie viel Eigenkapital ist beim Hauskauf in Spanien nötig?
Anders als in manchen Ländern setzen spanische Banken ein gewisses Maß an Eigenkapital für die Immobilienfinanzierung voraus. Besonders bei ausländischen Käufern ist ein hoher Eigenkapitalanteil üblich. Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht, wie viel Eigenkapital erforderlich ist und wie sich dies auf Ihr verfügbares Budget auswirkt.
1. Empfehlung: Mindestens 30% vom Kaufpreis
Generell verlangen Banken, dass mindestens 30% des Kaufpreises durch Eigenmittel gedeckt werden. Experten raten sogar zu 35–40%, um auch Nebenkosten, Steuern und eventuelle Schwankungen im Wechselkurs aufzufangen. Für Nicht-Residenten wird oftmals ein noch höherer Anteil verlangt.
2. Berechnungsbeispiel
Der Kaufpreis eines Hauses an der Costa del Sol beträgt 400.000 €. Als Eigenkapital sollten Sie mindestens 120.000 € (30%) plus Zusatzkosten einplanen. Empfehlenswert ist ein Puffer von weiteren 15%, um Gebühren und Steuern abzudecken, was sich auf insgesamt ca. 180.000 € summiert.
Finanzierungsmöglichkeiten und Hypotheken in Spanien
Nicht jeder verfügt über die vollständige Kaufsumme – spanische Banken bieten jedoch verschiedene Finanzierungslösungen für Inländer wie auch Ausländer an. Wie diese aussehen, welche Anforderungen es gibt und worauf Sie achten sollten, zeigt die folgende Darstellung:
1. Hypotheken für Nicht-Residenten
Käufer, die keinen offiziellen Wohnsitz in Spanien vorweisen können, bekommen meist nur bis zu 60–70% des Immobilienwerts durch eine Hypothek finanziert. Das Nachweisen stabiler Einkünfte, eine tadellose Bonität sowie Offenlegung sämtlicher Vermögensverhältnisse sind Voraussetzung.
2. Hypotheken für Residenten
Mit festem Wohnsitz in Spanien gewähren Banken meist bis zu 80% des Kaufpreises als Hypothek. Auch hier prüfen Banken die Bonität sorgfältig, verlangen Gehaltsnachweise, Steuerunterlagen und Auszüge über bestehende Verbindlichkeiten.
3. Kreditlaufzeiten und Zinssätze
Je nach Bank und Risiko einschätzung variieren die Laufzeiten der Immobilienkredite zwischen 10 und 30 Jahren. Die Zinssätze orientieren sich an europäischen Leitzinsen (Euribor) plus einem individuellen Aufschlag – aktuell sind Fixzinshypotheken ab ca. 3,5–5% Jahreszins und variable Hypotheken ab 2,5% möglich.
4. Währungsaspekte
Da Immobilienkredite meist in Euro ausgestellt werden, sollten besonders Käufer aus Nicht-Euro-Ländern auf Schwankungen im Wechselkurs achten und entweder ein ausreichendes Pufferbudget einplanen oder eine internationale Finanzierungsstrategie in Erwägung ziehen.
5. Auswahl der Bank und Vorbereitung
- Vergleichen Sie Angebote verschiedener Banken – große Finanzierungsunterschiede sind möglich.
- Bereiten Sie vollständige, übersetzte Unterlagen (Einkommensnachweise, Steuererklärungen, Kontoauszüge, Ausweispapiere) vor.
- Verlassen Sie sich auf professionelle Beratung, die Sie während des gesamten Hypothekenprozesses unterstützt.
Nebenkosten beim Immobilienkauf in Spanien
Neben dem reinen Kaufpreis fallen in Spanien zahlreiche Nebenkosten an, die einkalkuliert werden müssen. Im Schnitt belaufen sich diese auf 10 bis 15% des Kaufpreises. Folgende Posten sind besonders relevant:
1. Grunderwerbssteuer (Impuesto de Transmisiones Patrimoniales, ITP)
Beim Kauf einer Bestandsimmobilie fällt die Grunderwerbssteuer an. Je nach Region beträgt sie zwischen 6 und 10%, in bestimmten Autonomen Gemeinschaften sogar bis zu 11%. Für Neubauimmobilien ersetzt die Mehrwertsteuer (IVA) in Höhe von 10% die Grunderwerbssteuer.
2. Stempelsteuer (Actos Jurídicos Documentados, AJD)
Für Neubauimmobilien, aber auch bei Beurkundung von Hypothekenverträgen, wird die Stempelsteuer fällig, meist zwischen 0,5% und 2%, abhängig von der Region und dem Immobilienwert.
3. Notar- und Grundbuchkosten
- Notargebühren: abhängig vom Kaufpreis, im Durchschnitt zwischen 0,5 und 1% des Immobilienwerts
- Grundbuchkosten: ca. 0,3 bis 0,5% des eingetragenen Wertes
4. Rechtsberatung und Gutachterkosten
Für ausländische Käufer empfiehlt sich die Beauftragung eines spezialisierten Rechtsanwalts. Die Kosten liegen meist zwischen 1 und 2% des Kaufpreises. Ein unabhängiges Wertgutachten (Tasación) ist für eine Hypothek zwingend – die Kosten liegen zwischen 300 und 700 €.
5. Vermittlungsprovision
Die Maklerprovision beträgt üblicherweise 3–5% des Kaufpreises und wird in Spanien meist vom Verkäufer bezahlt. In seltenen Fällen kann sie aber auch Käuferseite betreffen.
6. Weitere mögliche Kosten
- Übersetzungskosten für offizielle Dokumente
- Beantragung der NIE (Número de Identidad de Extranjero, Ausländeridentifikationsnummer)
- Bankgebühren für Kontoführung und Hypothekenbearbeitung
Beispiel einer Kostenberechnung
Für ein Haus zum Preis von 350.000 € an der Costa Blanca entstehen folgende Nebenkosten:
- Grunderwerbssteuer (10%): 35.000 €
- Notar: ca. 2.000 €
- Grundbuch: 1.500 €
- Rechtsanwalt: 3.500–7.000 €
- Gutachten: 500 €
- Summe Nebenkosten: ca. 42.500–46.000 €
Laufende Kosten nach dem Immobilienkauf
Mit Abschluss des Kaufvertrags ist es nicht getan: Ein Eigenheim in Spanien verursacht laufende Kosten, die im Vorfeld genau kalkuliert werden müssen. Diese variieren je nach Immobiliensituation, Region und persönlicher Nutzung.
1. Grundsteuer (Impuesto sobre Bienes Inmuebles – IBI)
Diese kommunale Immobiliensteuer hängt vom Wert der Immobilie ab und liegt meist bei 0,4 – 1,1% des Steuerwerts (Valor Catastral). Für ein Haus in einer typischen Ferienregion können so jährlich 300–2.000 € anfallen.
2. Müll- und Gemeindekosten
Die Müllgebühren und kommunalen Dienste werden jährlich oder halbjährlich erhoben und liegen – je nach Gemeinde – meist zwischen 150 und 500 € pro Jahr.
3. Gemeinschaftskosten (für Wohnungen und Reihenhäuser in Anlagen)
Besitzt Ihre Immobilie Gemeinschaftseinrichtungen wie Pool, Gärten, Aufzüge oder Sicherheitsdienste, fallen regelmäßige Gemeinschaftskosten (Cuotas de la Comunidad) an. Je nach Ausstattung: 40 – 400 € im Monat.
4. Versicherungen
- Hausversicherung: ab ca. 250 €/Jahr
- Haftpflichtdeckung für Eigentümer-Pflichten
5. Versorgungskosten
- Wasser, Strom, Gas: je nach Verbrauch und Region 80 – 300 € pro Monat
- Internet und TV: ab ca. 30 € monatlich
6. Steuerliche Verpflichtungen für Nicht-Residenten
Wer nicht ganzjährig in Spanien lebt, muss dennoch jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben. Die sogenannte „Impuesto sobre la Renta de No Residentes“ (IRNR) berechnet sich auf Basis eines fiktiven Mieteinkommens (bei Eigennutzung). Die Höhe variiert – im Schnitt fallen für ein Haus mit einem Katasterwert von 120.000 € etwa 250–400 € Steuern pro Jahr an.
7. Instandhaltung und Rücklagen
Für Reparaturen, Modernisierungen oder unerwartete Schäden empfiehlt sich eine jährliche Rücklage von 1–2% des Immobilienwerts. Bei einem Haus für 400.000 € bedeutet das mindestens 4.000–8.000 € pro Jahr.
Spezielle Kosten und Anforderungen für Ausländer
Der Immobilienkauf als Ausländer ist in Spanien unkompliziert möglich, dennoch gibt es einige Besonderheiten zu beachten:
1. Beantragung einer NIE (Steuernummer für Ausländer)
Ohne die "Número de Identidad de Extranjero" (NIE) kann kein rechtsgültiger Erwerb stattfinden. Die Beantragung dauert zwischen wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen, die Kosten belaufen sich auf ca. 10–20 € Bearbeitungsgebühr oder mehr, wenn ein Dienstleister beauftragt wird.
2. Kontoeröffnung bei einer spanischen Bank
Für den Kauf benötigen Sie ein spanisches Bankkonto, um Kaufpreis, Steuern und laufende Kosten abzuwickeln. Häufig verlangen Banken einen Nachweis über den Herkunft des Geldes (zur Vermeidung von Geldwäsche).
3. Geldtransferkosten und Wechselkursrisiken
Beachten Sie die Gebühren für internationale Geldüberweisungen, ggf. Differenzen beim Umtauschkurs und etwaige Meldepflichten im Heimatland.
4. Besonderheiten bei gemeinschaftlichem Erwerb oder Firmenstrukturen
Ob Sie die Immobilie privat, als Ehepaar oder im Rahmen einer Gesellschaft erwerben, hat steuerliche Auswirkungen. Sobald mehrere Personen beteiligt sind, erhöht sich die Komplexität der Verträge und der Verwaltung.
Immobilienkauf als Investment: Renditen und Zusatzkosten
Der Hauskauf in Spanien ist nicht nur zum Eigennutz beliebt, sondern auch als Kapitalanlage. Wer eine Immobilie als Renditeobjekt nutzen möchte, sollte folgende Aspekte einkalkulieren:
1. Mieterträge und Vermietungssteuer
Kurzzeitvermietung (z.B. als Ferienobjekt) und Langzeitvermietung: Spanien erhebt eine progressive Einkommensteuer auf Mieteinnahmen, die bei Nicht-Residenten (EU-Bürgern) 19%, für Nicht-EU-Bürger 24% beträgt (Stand 2024). Hinzu kommen eventuelle kommunale Genehmigungsgebühren, Werbungskosten und die Gebühr für Vermietungslizenzen.
2. Verwaltungskosten
- Agenturkosten für professionelle Vermietung: meist 10–20% der Mieteinnahmen
- Hausverwaltung (Schlüsselübergaben, Reinigung, Gäste-Management etc.): monatlich 50–200 €, je nach Umfang
- Buchungs- und Plattformgebühren bei Online-Vermittlung
3. Wertsteigerung und Verkaufssteuern
Die Wertentwicklung am spanischen Immobilienmarkt ist regional sehr unterschiedlich. Beim späteren Verkauf fällt die sogenannte Plusvalía Municipal (Gemeindesteuer auf Wertsteigerungen) sowie die Kapitalertragsteuer auf die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis an.
Rechtliche Rahmenbedingungen und der Ablauf eines Hauskaufs
Der juristische Rahmen für den Immobilienerwerb in Spanien unterscheidet sich teils deutlich von anderen Ländern. Eine solide Kenntnis des Kaufprozesses verringert Risiken und kann zur Kostensenkung beitragen.
1. Kaufvorvertrag („Contrato de Arras“)
Der Reservierungsvertrag sichert das Wunschobjekt, in der Regel gegen eine Anzahlung (oft 5–10% des Kaufpreises). Rücktrittsregelungen und Fristen sind hier festgelegt.
2. Prüfung der Eigentumsverhältnisse und Belastungen
Vor Abschluss des Hauptvertrags sollte das Grundbuch (Registro de la Propiedad) eingesehen werden: Wer ist wirklicher Eigentümer? Gibt es Hypotheken, Schulden oder Belastungen?
3. Notarielle Beurkundung
Der Hauptvertrag („Escritura de Compraventa“) muss zwingend von einem spanischen Notar beurkundet werden. Erst danach erfolgt die Eigentumsübertragung.
4. Grundbucheintrag
Der Käufer meldet die neue Eigentümerschaft im Grundbuchamt an – dies ist Voraussetzung für einen rechtlich abgesicherten Besitz.
5. Steueranmeldung und Zahlung der Abgaben
Die im Vertrag aufgeführten Steuern und Gebühren müssen innerhalb festgelegter Fristen bezahlt werden – andernfalls drohen hohe Säumniszuschläge.
Berechnungsbeispiele: Wie viel Geld benötigen Sie wirklich?
Nachfolgend geben wir Ihnen praxisnahe Rechenbeispiele, um ein realistisches Gefühl für das erforderliche Kapital beim Hauskauf in Spanien zu vermitteln:
Beispiel 1: Apartment in einer Wohnanlage, Costa Blanca
- Kaufpreis: 180.000 €
- Eigenkapital mindestens 30%: 54.000 €
- Nebenkosten (10%): 18.000 €
- Weitere Rücklagen für Einrichtung und Übersetzung: 8.000 €
- Gesamtsumme: 80.000 € an Eigenkapital nötig
Eine Finanzierung über den Restbetrag (126.000 €) ist – bei ausreichender Bonität – möglich.
Beispiel 2: Villa mit Meerblick in Marbella
- Kaufpreis: 950.000 €
- Eigenkapital mindestens 30%: 285.000 €
- Nebenkosten (ca. 12%): 114.000 €
- Anschaffung und Renovierung: 30.000 €
- Gesamtsumme: 429.000 € an verfügbarem Kapital nötig
Bei Premiumimmobilien ist oft eine höhere Eigenkapitalquote erforderlich – je nach Bank und persönlicher Bonität.
Beispiel 3: Landhaus (Finca) im Landesinneren
- Kaufpreis: 230.000 €
- Eigenkapital mindestens 30%: 69.000 €
- Nebenkosten (ca. 11%): 25.300 €
- Rücklagen für Modernisierung und Anpassungen: 10.000 €
- Gesamtsumme: 104.300 € an Eigenkapital nötig
Typische Fehler beim Immobilienkauf in Spanien und wie Sie diese vermeiden
Um einen reibungslosen Ablauf Ihres Immobilienkaufs zu gewährleisten, sollten folgende Stolpersteine unbedingt vermieden werden:
- Unzureichende Budgetplanung: Nicht nur der Kaufpreis, sondern alle Nebenkosten müssen von Anfang an genau kalkuliert werden.
- Fehlende Prüfung der Eigentumsverhältnisse: Kaufen Sie niemals eine Immobilie ohne Einsicht ins Grundbuch.
- Verzicht auf professionelle Beratung: Die Unterstützung eines spezialisierten Rechtsanwalts und eines erfahrenen Maklers gibt Sicherheit.
- Fehlende Kenntnis der Steuerpflichten: Lassen Sie sich steuerlich beraten, um spätere Nachzahlungen und Bußgelder zu vermeiden.
- Falsche Einschätzung der laufenden Kosten: Häufig werden Gemeinschafts-, Instandhaltungs- und Steuerkosten unterschätzt.
Checkliste: Wie viel Geld benötigen Sie für Ihren Immobilienkauf in Spanien?
Mithilfe dieser Checkliste kalkulieren Sie schnell den real benötigten Kapitalbedarf für Ihren Immobilienkauf. Addieren Sie folgende Posten:
- Kaufpreis der gewünschten Immobilie
- Nebenkosten: Grunderwerbssteuer oder IVA, Notar, Grundbuch, Anwalt, Gutachter, Übersetzungen, ggf. Makler
- Eigenkapital (mindestens 30–40% vom Kaufpreis)
- Möglicher Finanzierungsbedarf (Hypothek, Restbetrag)
- Rücklagen für Einrichtung, Renovierung, technische Anpassungen
- Laufende Jahreskosten: Grundsteuer, Müll, Gemeinschaft, Versicherungen, Strom/Wasser, Instandhaltung
- Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben
Tipps für eine erfolgreiche und sichere Hauskaufabwicklung in Spanien
Um Ihr Investment abzusichern und den Kaufprozess angenehm zu gestalten, beachten Sie folgende Profi-Tipps:
- Lassen Sie sich Zeit: Besichtigen Sie mehrere Objekte und vergleichen Sie sorgfältig Preise, Lage und Ausstattung.
- Verhandeln Sie: In Spanien sind Preisverhandlungen üblich – oft lassen sich 5–10% Rabatt erzielen.
- Budgetieren Sie umfassend: Kalkulieren Sie sämtliche einmaligen und laufenden Kosten ein.
- Nutzen Sie professionelle Unterstützung: Die Beratung durch Spezialisten auf Immobilienrecht, Finanzierung und Steuern ist unverzichtbar.
- Behalten Sie Wechselkursrisiken im Blick: Insbesondere bei großen Überweisungen aus Nicht-Euro-Ländern.
- Prüfen Sie die Vermietbarkeit: Wenn Sie vermieten möchten, benötigen Sie ggf. eine Genehmigung der Gemeinde.
Fazit: So viel Geld benötigen Sie wirklich für den Hauskauf in Spanien
Der Erwerb eines Hauses in Spanien ist ein umfassendes Projekt, das solide vorbereitet sein will. Neben dem Kaufpreis müssen mindestens 10–15% für Nebenkosten sowie ein Eigenkapital von mindestens 30–40% eingeplant werden. Die Preisunterschiede sind regional beträchtlich: Am Mittelmeer, auf den Balearen oder in beliebten Städten zahlen Sie deutlich mehr als im spanischen Inland. Zusätzliche Aufwendungen für Anwalt, Übersetzungen, Versicherungen und die Einrichtung sollten von Anfang an Bestandteil Ihrer Kalkulation sein. Wer professionell plant und mit ausreichender Finanzierung startet, wird seinen Traum vom spanischen Eigenheim erfolgreich und stressfrei verwirklichen können.
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